Forum FGM: Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII umsetzen
Kindeswohlgefährdung durch weibliche Genitalverstümmelung (FGM) erkennen und abwenden
In unserem Seminar für Fachkräfte befassen wir uns mit weiblicher Genitalverstümmelung als Kindeswohlgefährdung. Gefährdungseinschätzung, Beteiligung des Kindes und der Erziehungsberechtigten, geeignete Hilfen und erforderlichenfalls die Anrufung des Familiengerichts: § 8a SGB VIII beschreibt verbindliche Anforderungen an das Handeln im Kinderschutz. Wie werden diese bei einer drohenden weiblichen Genitalverstümmelung konkret umgesetzt?
In der Praxis trifft dieser Auftrag auf erhebliche Wissens- und Erfahrungslücken. In unserer Beratungspraxis erleben wir, dass auch insoweit erfahrene Fachkräfte häufig über keine spezifische Schulung zu FGM verfügen. Mitarbeitende von Jugendämtern wenden sich immer wieder mit grundlegenden Handlungsfragen an uns: Wie lässt sich die Gefährdung einschätzen? Welche Maßnahmen sind geeignet? Und wie kann der Schutz eines Mädchens verlässlich organisiert werden?
Dieses Forum FGM verbindet die rechtlichen und fachlichen Anforderungen mit Erfahrungen aus der spezialisierten Fallarbeit von SAIDA. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII arbeiten wir mit Jugendämtern daran, Gefährdungen einzuschätzen und den Schutz betroffener Mädchen konkret umzusetzen. Anhand anonymisierter Fallbeispiele zeigen wir, welche Abstimmungen erforderlich sind, wo Schwierigkeiten entstehen und wie vereinbarte Schutzmaßnahmen in der Praxis wirksam werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schutzplanung. Wir erläutern, wie verbindliche Absprachen, klare Zuständigkeiten und die Überprüfung vereinbarter Maßnahmen zusammenwirken. Dabei betrachten wir auch die Zusammenarbeit mit dem Mädchen und seiner Familie – unter der Voraussetzung, dass dadurch der wirksame Schutz des Mädchens nicht gefährdet wird.
Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:
- Welche Hinweise sind für die Einschätzung einer FGM-Gefährdung relevant?
- Welche Aufgaben übernehmen Jugendamt, insoweit erfahrene Fachkraft und spezialisierte Fachberatung?
- Welche Schutzmaßnahmen kommen in Betracht, und wie werden sie auf den konkreten Fall abgestimmt?
- Wie lässt sich ein Schutzplan gemeinsam mit den Beteiligten umsetzen, überprüfen und bei Bedarf anpassen?
Zielgruppe und Vorkenntnisse
Das Online-Seminar richtet sich an Fachkräfte mit Kinderschutzauftrag, insbesondere Mitarbeitende von Jugendämtern und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie insoweit erfahrene Fachkräfte (IseF/InsoFa).
Kenntnisse der gesetzlichen Grundlagen und der Verfahren nach § 8a SGB VIII werden vorausgesetzt. Im Mittelpunkt steht deren Anwendung bei einer Gefährdung durch FGM.
Ablauf und Teilnahme
Auf 45 Minuten fachlichen Input folgen 45 Minuten konzentrierte Fallarbeit mit individuellen Fragen. Die Runde ist auf maximal neun Teilnehmende begrenzt, sodass alle Gelegenheit haben, eine eigene Frage aus ihrer Praxis einzubringen.
Format: Online-Seminar
Dauer: 90 Minuten
Teilnahmegebühr: 59 Euro pro Person
Die Teilnahmegebühr ist per Vorkasse zu entrichten. Sie erhalten die Rechnung per E-Mail. Bitte geben Sie im Anmeldeformular Ihre vollständige Rechnungsadresse an.
